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Die Schlacht bei Ankara 1402
Der nomadische Mongole hatte persönliches Eigentum - sein Vieh und seine Nomadenwirtschaft. Auf dem Nomadengebiet mußte der Mongole seinem Noyonen (Noyon – Herr) Gehorsam leisten und bestimmten Verpflichtungen nachkommen (ihm Kleinvieh zum Schlachten liefern, ihm für eine bestimmte Zeit Milchstuten zu stellen usw.).
Die Maßnahmen Dschingis-Chans und seiner Nachfolger zielten auf die Festigung der Chansmacht hin, führten jedoch, wie in Europa, zu gegenteiligen Ergebnissen. Jeder Noyon strebte nach Selbständigkeit und suchte sich vom Vasallenverhältnis zu lösen. Während eines erbitterten Kampfes verselbständigten sich die Noyonen zu unabhängigen Chanen, und das Mongolenreich der nomadischen Viehzüchter zerfiel.
Einigen Chanen gelang es, die feudalen Fehden zu überwinden. Sie stellten, wenn auch nicht in der einstigen Größe, vorübergehend die Macht des Mongolenreiches wieder her. Zu diesen Chanen gehörte der mongolische Heerführer Tamerlan (1336-1405).
Tamerlan wurde in Kesch, einer südwestlich von Buchara gelegenen Stadt, geboren. Sein Vater war Besitzer eines kleinen Ulus. Tamerlan befaßte sich mit militärischen Übungen und begleitete seinen Vater seit dem zwölften Lebensjahr auf seinen Feldzügen. Er machte die harte Schule des Krieges durch, wurde ein erfahrener Krieger und ein ebenso eifriger Mohammedaner. Dieser Umstand spielte im Kampf gegen die Usbeken eine gewisse Rolle. 1360 und 1361 zog der Chan Toghluk-Timur, ein Nachkomme Dschingis-Chans, gestützt auf die mittleren Feudalherren, nach Mittelasien. Ein Teil der angesehenen Würdenträger und Nachkommen Dschingis-Chans suchten Zuflucht in Afghanistan, während sich der Rest Toghluk freiwillig unterwarf. Unter diesen befand sich auch Tamerlan. Er schützte sein Land und die Ländereien seiner Bundesgenossen durch Geschenke und Bestechungen vor Plünderungen, gewann die Neigung Toghluks und erhielt das Kommando über eine Zehntausendschaft.
Als Tamerlan jedoch begann, die Usbeken zu bekämpfen, befahl Toghluk ihn zu ermorden. Dieser Befehl geriet in die Hände Tamerlans, und er floh mit 60 Kriegern in das Gebirge von Badachschan. Dort schlossen sich ihm weitere Anhänger an.
Gegen Tamerlan wurde eine 1000 Mann starke Abteilung entsandt, die nach erbittertem Kampf auf 50 Mann zusammenschmolz und zurückkehrte, ohne ihre Aufgabe erfüllt zu haben.
Indessen rüstete Tamerlan tatkräftig zum Krieg gegen die Usbeken und hetzte die Turkmenen gegen sie auf. 1369 flammte in Samarkand ein Volksaufstand auf. Tamerlan verhängte über die Aufständischen ein grausames Strafgericht. Darauf bekriegte er die von einem Sohn Toghluks geführten Usbeken. Die Stärke des usbekischen Heeres wird in den Quellen stark übertrieben und mit 100000 Mann angegeben, von denen sich 80000 in den Festungen befunden haben sollen. Die Truppen Tamerlans sollen dagegen nur etwa 2000 Mann stark gewesen sein. Tamerlan nutzte die Zersplitterung des usbekischen Heeres aus und brachte ihm mehrere Niederlagen bei. Um 1370 zogen sich die Überreste der Usbeken hinter den Syr-Darja zurück. Tamerlan ließ den Befehlshabern der Festungen im Namen des Sohnes Toghluks den Befehl übermitteln, die Festungen zu räumen und sich ebenfalls hinter den Syr-Darja zurückzuziehen. Durch diese List verließen die Usbeken ihre Festungen. Tamerlan gab sich zwar als Befreier der Usbeken aus, war in Wirklichkeit aber ihr Unterdrücker. 1370 wurde ein Kurultai einberufen, auf dem die reichen und angesehenen Mongolen Kobul Schah Aghlan, einen Nachkommen Dschingis-Chans, zum Chan wählten. Tamerlan aber gelang es bald, ihn zu beseitigen. Er ließ sich zum regierenden Chan ausrufen und machte Samarkand zu seiner Hauptstadt. Dann eroberte er eine Reihe schwächerer Nachbarstaaten. In diesen Kriegen wuchs, erstarkte und stählte sich das aus Mongolen bestehende Heer. In seinem militärischen Aufbau ließ sich Tamerlan von den Kampferfahrungen der Mongolen und den Leitsätzen Dschings-Chans leiten.
Von den 313 Mann, die sich während der Kämpfe in Turkestan ausgezeichnet hatten, ernannte Tamerlan je 100 zu Führern von Zehnergruppen, Hundertschaften und Tausendschaften; die restlichen 13 Krieger erhielten noch höhere Posten. Tamerlan schenkte der Führerauslese große Beachtung. „Ein Führer", sagte er, „dessen Herrschaft milder ist als die Knute oder der Stock, ist nicht würdig, diesen Namen zu führen." Die Zehnergruppen wählten sonst ihre Zehnergruppenführer, während die Hundertschaftsführer, Tausendschaftsführer und die höheren Vorgesetzten ernannt wurden. Im mongolischen Heer wurde ein bestimmter Sold gezahlt. Ein Krieger erhielt das Zwei- bis Vierfache des Gegenwertes eines Pferdes (die Höhe des Soldes hing von der Korrektheit im Dienst ab); der Zehnergruppenführer bekam den Sold seiner Zehnergruppe (er war daher daran interessiert, daß seine Krieger einen hohen Sold erreichten), der Hundertschaftsführer erlangte den Sold von sechs Zehnergruppen usw. Zu den Disziplinarstrafen gehörte die Einbehaltung des zehnten Teils des Soldes. Die verschiedensten Arten von Auszeichnungen dienten der militärischen Disziplin: Lob, Solderhöhungen, Geschenke, Rang, Titel („der Tapfere", „Held" und andere) und Fahnen für die Truppenteile.
Die einfachen berittenen Krieger mußten mit einem Bogen, 18 bis 20 Pfeilen, 10 Pfeilspitzen, einer Axt, einer Säge, einem Pfriem, einer Nadel, einer Fangleine und mit einem wassergefüllten Lederschlauch zum Tränken des Pferdes versehen sein.
Je 19 Krieger der leichten Reiterei lebten in einem gemeinsamen Nomadenzelt. Die Elitekrieger der schweren Reiterei waren mit Helm, Harnisch, Schwert, Pfeil und Bogen und je zwei Pferden ausgerüstet. Sie bewohnten zu je fünf Mann ein Nomadenzelt. Das leichte Fußvolk war auf dem Marsch beritten, kämpfte während der Schlacht jedoch zu Fuß, um die Treffsicherheit beim Schießen zu erhöhen. Seine Waffen waren das Schwert und der Bogen mit etwa 30 Pfeilen. Das Fußvolk wurde in unebenem Gelände und bei Belagerungen eingesetzt. Ferner schuf Tamerlan ein besonderes Fußvolk, das für den Kampf im Gebirge bestimmt war.
Die Mongolen waren auf der Höhe der zeitgenössischen Kriegstechnik, die die Organisation des Heeres komplizierte und eine exakte Führung erforderlich machte. Das Mongolenheer besaß Spezialisten zum Bau von Brücken, für das Schleudern des griechischen Feuers und den Einsatz von Belagerungsmaschinen. Das Heer war straff organisiert und hatte eine bestimmte Schlachtordnung. Jeder Krieger mußte seinen Platz innerhalb der Zehnergruppe kennen, die Zehnergruppe den innerhalb ihrer Hundertschaft usw. Die einzelnen Truppenteile konnten sich in geschlossener Formation bewegen. Sie unterschieden sich durch die Farbe ihrer Ausrüstung, Kleidung und ihrer Fahnen. Das von Dschingis-Chan erlassene Gesetz, nach dem vor jedem Feldzug Heerschauen abzuhalten waren, wurde unter Tamerlan streng befolgt.
Im Lager versahen die Truppen den Wachdienst. Ein wachhabender Truppenteil wurde gewöhnlich 3 bis 5 Kilometer vorverlegt und schickte Posten vor, die Wachen aufstellten.
Für die Schlacht wählten die Mongolen ein großes und ebenes Feld. Dabei achteten sie auf den günstigen Stand der Sonne und sorgten dafür, daß Wasser und Weidefutter in der Nähe war. Die Schlachtordnung war frontal und in die Tiefe auseinandergezogen. Die Flanken hatten die Aufgabe, den Gegner einzuschließen, und wurden auf Kosten des Zentrums verstärkt. Ferner bildete Tamerlan starke Reserven, die den entscheidenden Schlag führten.
Die leichten Truppen eröffneten den Kampf mit Pfeil und Bogen und Wurfspießen. Dann folgten der Reihe nach die Angriffe der einzelnen Linien der Schlachtordnung. War der Gegner geschwächt, nahm die starke und ausgeruhte Reserve den Kampf auf. „Die neunte Attacke", sagte Tamerlan, „bringt den Sieg." Die endgültige Vernichtung des Gegners wurde durch eine energische Verfolgung herbeigeführt. Ende des 14. Jahrhunderts erreichte die Entwicklung der Organisation, Strategie und Technik des mongolischen Reiterheeres ihren Höhepunkt. Das Heer trug gewisse Wesenszüge einer regulären Armee-es war straff organisiert, hatte eine bestimmte Gliederung, eine komplizierte Schlachtordnung, verfügte über eine für die damalige Zeit gut entwickelte Technik und besaß eine verhältnismäßig einheitliche Bewaffnung und Ausrüstung. Die Unterschiede der einzelnen Truppenteile in der Farbe der Ausrüstung und der Fahnen hatten nicht nur äußerliche Bedeutung, sondern spielten eine große Rolle in der Organisation und Führung der Schlacht.
Tamerlan hinterließ ein theoretisches Erbe - seine in der Form eines Vermächtnisses an seine Kinder dargelegten Grundsätze der Politik und der Kriegführung.
Die Kriege der Mongolen im i4. Jahrhundert.
Im 14. Jahrhundert unternahmen die Mongolen eine Reihe weiterer großer Eroberungszüge, die sich aber hauptsächlich nur noch auf Asien erstreckten. 1371 schlugen die Mongolen unter der Führung Tamerlans die Usbeken. 1376 unterstützte Tamerlan Tochtamysch, einen Nachkommen Dschingis-Chans, der sich zum Chan der Goldenen Horde ausrufen ließ.
1378 führten die Mongolen Krieg gegen Choresm und eroberten das Reich. Nachdem Afghanistan unterworfen war, begannen die Mongolen, Persien und den Kaukasus zu erobern. Sie gingen auf der Linie Derbent-Tbilissi-Erserum vor. Tbilissi, die Hauptstadt Grusiniens, wurde zerstört, und der grusinische König geriet in Gefangenschaft.
Die Mongolen nahmen nur mit großer Mühe die grusinische Festung Wardsi. Der einzige Zugang zu dieser Festung führte durch einen in eine Höhle mündenden schmalen unterirdischen Gang. Aus dieser Höhle konnte man nur mit Leitern, die eingezogen werden konnten, durch kreisförmige Luken in die Festung gelangen. Durch diese Luken und Schießscharten beschossen die Verteidiger den in die Höhle eindringenden Feind mit Pfeilen, rollten Steine auf ihn hinab, überschütteten ihn mit siedendem Wasser und einem Hagel von Wurfspießen. Diese unterirdische Festung war durch unterirdische Gänge mit den Festungen Tmogwi, Nakalakewi, Wanis und Kwabi verbunden. Die Mongolen eroberten die Festung schließlich mit Hilfe von Holzgerüsten, die sie an Tauen von den benachbarten Bergen herabließen.
Tamerlan verhängte über die Verteidiger der befestigten Städte ein grausames und blutiges Strafgericht. So befahl Tamerlan nach der Erstürmung einer Stadt, deren Einwohner sich hartnäckig verteidigt hatten, 4000 Mann lebendig zu begraben. Nach einer Überlieferung soll er seinen Kriegern einmal den Befehl gegeben haben, ihm 70 000 Köpfe der besiegten Einwohner zu bringen und aus ihnen einen Turm zu errichten.
Aus den unterworfenen Gebieten verschleppte Tamerlan die besten Handwerker (rund 150 000 Personen) in seine Hauptstadt Samarkand. Er ließ seine Residenz verschönern und innerhalb und außerhalb der Stadt Paläste errichten. Malereien schmückten diese Bauten und stellten die Feldzüge der Mongolen dar.
Als Tamerlan in Persien Krieg führte, brach Tochtamysch in seine Besitzungen ein. Tamerlan eilte nach Samarkand zurück und bereitete sich sorgfältig auf den Krieg vor. Sein Heer hatte einen 2500 Kilometer langen Weg durch die Steppe zurückzulegen. 1391 erlitt das Heer Tochtamyschs in der Schlacht bei Samarkand eine Niederlage.
In den Jahren 1392 bis 1398 unternahmen die Mongolen Kriegszüge nach Persien und den Kaukasus. 1395 schlugen sie erneut die Truppen Tochtamyschs und trugen damit objektiv zur Befreiung der russischen Fürstentümer vom tatarischen Joch bei.
Von 1398 bis 1399 fielen die Mongolen in Indien ein. Am Ganges kam es zur Schlacht zwischen der mongolischen Reiterei und 48 indischen Schiffen, die von den Mongolen während der Fahrt angegriffen wurden.
1399 rüsteten die Mongolen zu einem großen Krieg gegen den türkischen Sultan.
Innere Kämpfe, Bauernaufstände und die Kriege gegen die westeuropäischen Feudalherren hatten die Türkei stark geschwächt. Im 14. Jahrhundert befanden sich Kleinasien und der Balkan unter der Herrschaft der Türken. Die Hauptmasse des türkischen Heeres bestand aus Angehörigen verschiedener Stämme und Völker dieses großen Reiches (Türken, tatarischen Söldnern, Serben und anderen). An Kampftüchtigkeit hatte das türkische Heer in den letzten Jahren erheblich eingebüßt.
Tamerlan begann zunächst eine freundschaftliche Korrespondenz mit Bajesid, eroberte aber bald Grusinien, Syrien, Mesopotamien und sicherte dadurch die Flanken und das Hinterland. Einige Quellen berichten, daß Tamerlan 1402 rund 800 000 Mann unter den Fahnen gehabt habe. Diese Zahl ist zweifellos stark übertrieben.

Die erste Etappe des Feldzuges - der Einfall des Mongolenheeres in türkisches Territorium.
Im Mai 1402 begann der Feldzug. Die Mongolen eroberten die Burg Kemak und darauf die Stadt Siwas. In Siwas kamen die Gesandten Bajesids zu Tamerlan, um mit ihm zu verhandeln. Dieser veranstaltete vor ihren Augen eine Truppenschau, zeigte den Abgesandten die blitzenden Waffen und demonstrierte die vorzügliche Bewaffnung und Organisation seines Heeres. Diese Heerschau machte auf die Abgesandten einen gewaltigen Eindruck. Von Siwas schickte Tamerlan seine Kundschafter gegen Tokat aus, um den Standort des Gegners zu ermitteln und die Übergangsstellen des Flusses Kisil - Irmak zu besetzen. Die Kundschafter erfüllten ihre Aufgabe und entdeckten nördlich von Ankara das versammelte türkische Heer.
Die zweite Etappe des Feldzuges - das Manöver der Mongolen.
Um das türkische Heer von Ägypten, Syrien und Bagdad abzuschneiden und es aus dem bergigen Waldgebiet herauszulocken, wandten sich die Mongolen gegen Kayserie und dann weiter nach Ankara.
In Kirsehir ließ Tamerlan einen tausend Reiter starken Trupp vorgehen, um den genauen Standort des türkischen Heeres und seine Tätigkeit aufzuklären. Darauf belagerten die Mongolen Ankara und lockten die Türken dadurch in die Ebene. Die Mongolen hoben die Belagerung der Stadt auf, schlugen einen kleinen Tagemarsch entfernt ihr Lager auf und verschanzten sich. Tamerlan hatte erfahren, daß das türkische Heer lange keinen Sold erhalten hatte und es vor allem unter den tatarischen Söldnern viele Unzufriedene gab. Zu ihnen entsandte Tamerlan seine Kundschafter mit dem Versprechen, ihnen den rückständigen Sold auszuzahlen, sobald sie auf seine Seite übergingen.
Die dritte Etappe des Feldzuges - die Niederlage des türkischen Heeres in der Schlacht bei Ankara.
Nach orientalischen Quellen soll das mongolische Heer 250000 bis 300000 Krieger stark gewesen sein und über 32 Kampfelefanten verfügt haben, das türkische Heer dagegen nur 120 000 bis 200 000 Mann. Aus diesen zweifellos übertriebenen Zahlenangaben ist aber zu ersehen, daß die Mongolen den Türken um das Doppelte überlegen waren. Bajesid stellte sein Heer mit dem Rücken zum Gebirge auf; die Rückzugswege befanden sich an der rechten Flanke. Das Zentrum der Schlachtordnung war stark, die Flanken dagegen nur schwach. Die Mongolen besaßen starke Flanken und verfügten ferner über eine ziemlich starke Reserve von Elitetruppen.
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Die erste Etappe der Schlacht - der Kampf an den Flanken der Schlachtordnung.
Die leichte Reiterei der Mongolen eröffnete die Schlacht. Danach folgte ein mißglückter Angriff ihres rechten Flügels auf die Serben. Darauf griff der gesamte rechte Flügel der Mongolen in die Schlacht ein, umfaßte die Serben an der linken Flanke und fiel ihnen in den Rücken. Die Serben leisteten jedoch zähen Widerstand. Der Vortrupp des linken mongolischen Flügels war erfolgreich, weil die 18 000 tatarischen Söldner auf die Seite Tamerlans übergingen. Der von Suleiman, einem Sohn Bajesids, befehligte rechte Flügel des türkischen Heeres begann zu weichen. In diesem Augenblick ließ Tamerlan einen Teil seiner zweiten Linie in die Schlacht eingreifen, um die Serben von den türkischen Hauptkräften abzuschneiden. Aber den Serben gelang der Durchbruch, und sie vereinigten sich mit den Janitscharen.
Die zweite Etappe der Schlacht - die Einschließung des türkischen Heeres durch die Mongolen.
Tamerlan warf seine Reserven in den Kampf, die das Gros der Türken einzuschließen begannen. Die Serben zogen sich nach Westen zurück. Die Mongolen vollendeten mühelos die Einschließung der Janitscharen und machten sie nieder. Bajesid geriet in Gefangenschaft.
Die dritte Etappe der Schlacht - die Verfolgung der Überreste des türkischen Heeres.
Für die Verfolgung der von Suleiman geführten Überreste des türkischen Heeres beorderte Tamerlan 30000 Mann, von denen 4000 innerhalb von fünf Tagen Brussa erreichten. Aber Suleiman konnte sich noch mit einer kleinen Abteilung einschiffen und entfliehen.
Nach der Vernichtung des türkischen Heeres eroberten und plünderten die Mongolen nach zweiwöchiger Belagerung Smyrna. Dann wandten sie sich gegen Grusinien, unterwarfen das Land und kehrten nach Samarkand zurück. Dort rüstete Tamerlan zum Krieg gegen China. Er starb jedoch im Jahre 1405, als die Kriegsvorbereitungen im vollen Gange waren.
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Im Krieg gegen die Türken schufen sich die Mongolen eine umfassende Basis, die ihr Hinterland sicherte und das türkische Heer isolierte. Tamerlan organisierte einen Aufklärungsdienst zur Erkundung des feindlichen Geländes, schätzte die jeweilige Situation richtig ein, steckte sich bestimmte Ziele, stellte einen Aktionsplan auf, ergriff die Initiative und unterbrach die Verbindungslinien seines Gegners. Er nutzte die Unzufriedenheit im vielstämmigen türkischen Heer aus und zwang es, unter ungünstigen Bedingungen zu kämpfen.
Die mongolischen Eroberer führten ihre Kriege mit großen Massen leichter Reiterei. Sie schufen eine zentralisierte bewaffnete Organisation mit straffer militärischer Disziplin. Der hierarchisch aufgebaute Führerbestand übte die Disziplinargewalt aus und genoß große Autorität.
Die Stärke des Mongolenheeres bestand in seinen Stammes- und sippenmäßigen Bindungen. Aus diesen ergab sich die große Überlegenheit über den Gegner, der durch innere Widersprüche (die religiösen und stammesmäßigen Gegensätze in Mittelasien, die feudalen Fehden in Europa) geschwächt, der Kraft des politisch und militärisch zentralisierten Mongolenreiches nicht standhalten konnte. Die Mongolen besaßen eine bewegliche Reiterei, die fähig war, zu manövrieren. Obwohl das Volk den mongolischen Eroberern Widerstand leistete, versuchte der käufliche Adel, durch verräterische Abkommen mit dem Feind sich selbst und seine Reichtümer zu retten. Hinterlist und Treuebruch begünstigten die Erfolge der Mongolen. Wie die Araber wandten die Mongolen die Errungenschaften der Wissenschaft und Technik an. Sie übernahmen von den Chinesen die Technik, das Schießpulver und die Militärwissenschaft. Die Politik der mongolischen Eroberer strebte in erster Linie die Verschärfung der inneren Widersprüche beim Gegner an. Sie suchten das Volk von der Regierung zu trennen, das Heer zu zersetzen, den Widerstandswillen zu lahmen und die Verteidigung zu desorganisieren, bevor sie in Aktion trat. Hierzu bedienten sich die Mongolen der verschiedensten Mittel. Sie organisierten einen Spionagedienst und überfluteten das Land mit ihren Agenten. Die Spione lieferten erschöpfende Angaben über die im Staat herrschenden ökonomischen, politischen und militärischen Zustände und versuchten, durch ihre Zersetzungstätigkeit im Lande einen Bürgerkrieg zu entfesseln. Eines der wichtigsten Momente der Spionagetätigkeit äußerte sich in dem Versuch, Mißtrauen zwischen Volk, Heer und Regierung zu säen. So verbreiteten die Spione Gerüchte über den Verrat einzelner Beamter oder Heerführer und zuweilen sogar über die Bestechlichkeit der gesamten Regierung. Damit sollte ihre Unfähigkeit, das Volk zu schützen, glaubhaft gemacht werden.
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