Die Entwicklung der russischen Kriegskunst in den Kriegen gegen Kasan.

 

 

Karte zur Schlacht

Einführung

Erste Feldzug gegen Kasan

Zweite Feldzug gegen Kasan

Dritter Feldzug gegen Kasan

Die erste Etappe der Belagerung

Die zweite Etappe der Belagerung

Die dritte Etappe der Belagerung

Die vierte Etappe der Belagerung 

Die erste Phase des Sturmes

Die zweite Phase des Sturmes

Die dritte Phase des Sturmes

Fazit

 

 

Als die Hauptkräfte des russischen Heeres an der litauischen Grenze gebunden waren, drangen 1521 die Krimtataren und die Kasaner Tataren bis Moskau vor und plünderten die besetzten Gebiete.

Nach dem Friedensschluß mit Litauen verlegte das Moskauer Fürstentum den Schwerpunkt auf den Kampf gegen das Chanat Kasan, das Moskau von Osten ständig bedrohte und die Wolgahandelsstraße beherrschte. Wie Smolensk, das der Zugang zum Westen war, öffnete Kasan den Weg nach Osten. Der Krieg gegen das Chanat Kasan war ein Kampf gegen die Überreste der Goldenen Horde. Kasan erhob des öfteren Anspruch auf die Wiederaufnahme der Tributzahlungen.

Unter Iwan IV. unternahmen die Moskauer Fürsten drei Feldzüge gegen Kasan. Dabei legten sie 1523 an der Wolga, 200 Kilometer von Kasan entfernt, den Grundstein für die Festung Wassilsursk. Sie verwandelte sich im Kampf gegen Kasan zum Stützpunkt des russischen Heeres.

1547 ging das russische Heer über Wladimir und Nishni-Nowgorod, die Kljasma, Oka und Wolga entlang, vor. Der Zusammenbruch der Versorgung des Heeres zwang die Truppenführung jedoch, auf den Feldzug zu verzichten und den Rückzug anzutreten. 

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Zwei Jahre später wurde der nächste Feldzug organisiert. Im Februar 1550 schloß das russische Heer Kasan ein und beschoß es mit Artillerie. Der Sturmangriff auf diese starke Festung war jedoch schlecht vorbereitet und scheiterte. Da die Straßen im Frühjahr unpassierbar wurden, gab Iwan IV. die Belagerung auf. 25 Kilometer südlich von Kasan bauten die Russen die Festung Swijashsk. Sie wurde in kurzer Zeit (innerhalb von vier Wochen) errichtet und war für die Russen von größter Bedeutung. Die Festung sicherte Moskau erstens das von Tschuwaschen, Mordwinen und Tscheremissen bewohnte ganze linke Wolgaufer und ihr Bau verfolgte ferner das Ziel, „den Kampf des Landes um Kasan einzuengen". Zweitens diente Swijashsk als Stützpunkt für einen weiteren, von der Jahreszeit unabhängigen Feldzug nach Kasan. Damit wurde erstmalig in der Geschichte der Kriegskunst eine Belagerungsbasis geschaffen. (Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde ein solcher Stützpunkt durch den französischen Kriegsbaumeister Vauban theoretisch begründet.) Drittens sicherten Swijashsk und auch Wassilsursk während der Kampfhandlungen vor Kasan die Verbindung des Moskauer Heeres mit dem Hinterland und verkürzten die Operationslinie.

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Im Frühjahr 1552 begann ein dritter Feldzug gegen Kasan, der die bisherigen Erfahrungen berücksichtigte und mit der Unterwerfung des Chanats endete.

Die erste Periode des Feldzuges - die Vorbereitung und strategische Sicherung.

Der Kriegsrat beriet eingehend über den Feldzugsplan. Er beschloß, auf der Oka und der Wolga das Fußvolk mit der schweren Artillerie und den Lebensmittelvorräten zu befördern. Um die auf Schiffen transportierten Truppen zu sichern, wurden in Swijashsk drei Polks konzentriert. Die Übergangsstellen der Wolga bei Wassilsursk wurden von den Russen besetzt.

Die Besonderheit der strategischen Lage bestand darin, daß das russische Heer während seines Kriegszuges gegen Kasan von den Krimtataren an der Flanke und im Rücken angegriffen werden konnte. Der Feldzugsplan beachtete diesen Umstand. Die Vorhut und Nachhut gingen in Richtung Murom vor (280 Kilometer von Moskau und 450 Kilometer von Kasan), während die restlichen Kräfte in Kaschira (110 Kilometer von Moskau) und Kolomna (110 Kilometer von Moskau und 650 Kilometer von Kasan) zusammengezogen wurden. Die an der Oka und an der Kljasma aufmarschierten Truppengruppierungen sollten die Angriffe der Krimtataren abwehren. Durch diesen Aufmarsch wurde das russische Heer nach zwei Seiten wirksam. Es konnte von der strategischen Sicherung und dem strategischen Zusammenwirken der Truppen zur taktischen Sicherung und zum taktischen Zusammenwirken übergehen.

Über die zahlenmäßige Stärke des Heeres gibt es keine exakten Angaben. Adams berichtet, daß rund 150 000 Mann bereitstanden. Diese Zahl ist schon deshalb unwirklich, weil damit auf jeden Kilometer des um die Stadt gelegten Einschließungsringes 30000 Mann entfallen wären. 

Kurbskis "Geschichte des Moskauer Großfürsten" enthält folgende Zahlenangaben: Der vom Fürsten Kurbski bei Kasan geführte rechte Flügel bestand aus 18 000 Mann Reiterei und Fußvolk, die Vorhut aus 7000 Reitern und der Zarenpolk aus 20 000 Mann ‑ insgesamt also 45 000 Mann.. Weitere Angaben fehlen. Kurbski berichtet, daß das russische Heer während der Belagerung von Kasan in zwei Hälften geteilt worden sei. Eine dieser Hälften habe aus 30 000 Reitern und 15 000 Mann Fußvolk - insgesamt 45 000 Mann bestanden. Die Stärke beider Hälften müßte demnach 90 000 Krieger betragen haben. Der Zarenpolk war aber um die Hälfte geringer als oben angegeben. Die Quellen nennen für die Vorausabteilung und den rechten Flügel eine Stärke von insgesamt 15 000 Mann. Damit könnte der rechte Flügel vor Kasan allein kaum 18 000 Mann stark gewesen sein. 50000 Mann können höchstens vor der Stadt gestanden haben, so daß im Durchschnitt auf jeden Kilometer des Einschließungsringes 10 000 Mann kamen. In diesem Zusammenhang sei noch bemerkt, daß die Gesamtzahl der Krieger im Jahre 1630 aus 92 500 Mann bestand. Mitte des 16. Jahrhunderts müssen es weit weniger gewesen sein.

Das Fußvolk führte 150 Geschütze schweren Kalibers „neben vielen Feldgeschützen" und großen Mengen an Pulver für die Artillerie und die Minierarbeiten mit sich. Kaufleute begleiteten die Krieger mit zahlreichen für die Kämpfer bestimmten Waren.

Am 16. Juni 1552 verließ das russische Heer Moskau. Auf dem Wege nach Kolomna lief die Nachricht ein, daß sich die Krimtataren gegen Rjasan und Kolomna gewandt hätten. Darauf wurde der Vormarsch gegen Kasan abgebrochen. Die Hauptkräfte bezogen an der Frontlinie Kolomna‑Kaschira Stellung: der rechte Flügel bei Kaschira; das Gros bei Kolytschew; die Vorausabteilung bei Rostislawl; der linke Flügel bei Golutwin und der Zarenpolk bei Kolomna. Die Vorhut und die Nachhut blieben bei Murom, deckten die linke Flanke des Heeres und bedrohten die rechte Flanke der angreifenden Krimtataren. Der Aufklärungsdienst erhielt die Aufgabe, sich über den Gegner zu informieren.

Am 22. Juni berichteten die Kundschafter, daß vor Tula eine schwache Abteilung Krimtataren aufgetaucht sei. Am 23. Juni kam die Nachricht vom Tulaer Statthalter Temkin, die Stadt werde von starken Kräften des Chans mit „vielen Kanonen und Janitscharen des Sultans" belagert. Der türkische Sultan hatte das Heer des Krimchans durch sein Fußvolk verstärkt, um den Feldzug der Russen gegen Kasan durch einen gegen Moskau gerichteten Einfall zu verhindern.

Der rechte Flügel und die Vorausabteilung eilten sofort nach Tula; ihnen folgte das Gros.

Am 24. Juni lief in Kaschira ein weiterer Bericht Temkins ein, daß die Besatzung und die Einwohner von Tula den Angriff des Feindes abgeschlagen und die Tataren, angesichts starker russischer Kräfte in Richtung der Stadt, den Rückzug angetreten hätten.

Die Vorausabteilung und der rechte Flügel verfolgten den zurückweichenden Gegner, holten ihn am Fluß Schiworna ein, „und sie machten so viele nieder, daß ihrer nur wenige übrigblieben, so daß kaum Kunde hiervon an die Horde gelangte".

 Damit wurde der Versuch der Krimtataren, den Feldzug des russischen Heeres nach Kasan zu vereiteln, abgewiesen. Die strategische Sicherung des Feldzuges erfolgte in der Form des Angriffs. Der gut organisierte Aufklärungsdienst lieferte rechtzeitig Informationen über den Gegner.

 

Die zweite Periode des Feldzuges - der Vormarsch des russischen Heeres gegen Kasan.

Am 1. Juli wurde das gesamte russische Heer in Kolomna konzentriert. Dort wurde ein aus Bojaren und Woiwoden bestehender Kriegsrat gehalten und der Feldzugsplan genauer festgelegt.

Der Kriegsrat beschloß, in zwei Marschrichtungen gegen Kasan vorzugehen. Die eine führte über Rjasan und Mestschera und die andere über Wladimir und Murom. Die über Rjasan vordringende Kolonne sollte die Bewegungen der über Wladimir vorstoßenden Truppen und das Fußvolk auf den Schiffen vor einem etwaigen Überfall der Nogaier Tataren sichern.

Die Rjasaner Kolonne bestand aus dem Gros, der Vorausabteilung und dem rechten Flügel, die 'Wadimirer aus der Vorhut, der Nachhut, dem Zarenpolk und dem linken Flügel. Beide Kolonnen sollten sich in dem Gebiet des Alatyr an der Sura vereinigen und von dort weiter gegen Swijashsk vorgehen. Am 3. Juli brachen die Rjasaner Truppen auf und trafen am 13. in Murom ein. Dort wurde eine Truppenschau abgehalten. Am 15. Juli setzte sich die Vorhut gegen Alatyr in Bewegung, gefolgt von dienstpflichtigen Arbeitskräften, die die Straßen ausbesserten und Brücken schlugen. Am 20. Juli verließ die Wladimirer Kolonne Murom, während die andere bereits Rjasan passierte. 

Am Abend des 4. August vereinigten sich beide Kolonnen bei der an der Sura gelegenen Siedlung Borontschejewo-Gorodistsche. Am 5. August setzte das zu einer Kolonne vereinigte russische Heer seinen Marsch in folgender Ordnung fort: Vorhut, Vorausabteilung, Zarenpolk, Gros und Nachhut. Der rechte und der linke Flügel gingen auf Parallelstraßen an den Flanken des Gros in einer Linie mit dem Zarenpolk vor.

Am Morgen des 13. August näherte sich das russische Heer Swijashsk. Dort befanden sich bereits die Artillerie, die Belagerungsgeräte und die Lebensmittelvorräte. Ein aus Tscheremissen, Tschuwaschen, Mordwinen und Tataren bestehendes Aufgebot hatte sich eingefunden, die Quellen nennen 20000 Mann, eine Zahl, die zweifellos übertrieben ist.

Als die Rjasaner Truppen an der rund 700 Kilometer entfernten Sura anlangten, hatten sie 24 Tagemärsche, das heißt im Durchschnitt 30 Kilometer pro Tag, zurückgelegt. Das Heer passierte den Weg von der Sura bis zur Festung Swijashsk in 8 Tagen, zuzüglich eines Rasttages; die Tagemärsche erstreckten sich im Durchschnitt über 28 bis 30 Kilometer. Berücksichtigt man die schlechten Straßenverhältnisse, die große Masse der marschierenden Truppen und den schwerfälligen Troß, dann kann das Marschtempo als ziemlich hoch und als Ergebnis einer guten Marschorganisation bezeichnet werden.

 

 

 

Die dritte Periode des Feldzuges - die Einschließung von Kasan, die Belagerung, ihre taktische Sicherung und die Erstürmung der Festung.

In Swijashsk legte das russische Heer bis zum 17. August eine Rast ein und begann dann, die Wolga zu überqueren; das dauerte zwei Tage. Die Straßen waren durch den strömenden Regen aufgeweicht, sämtliche Brücken und Knüppeldämme zerstört, so daß sich der Marsch der Vorausabteilungen von der Übergangsstelle bis zum Fluß Kasanka (20 Kilometer) 3 Tage lang (vom 17. bis zum 19. August) hinzog. Die restlichen Truppen legten diese Entfernung auf der ausgebesserten Straße an einem Tag zurück, erreichten Kasan und bezogen am Wolgaufer Stellung.

Iwan IV. sandte dem Chan von Kasan, Edigei, eine Botschaft, in der er ihn aufforderte zu kapitulieren. Aber Edigei verließ sich auf die Festigkeit der Verteidigungsanlagen, seine starken Truppen und auf die Unterstützung der Bevölkerung Kasans.

Die Stadt wurde im Nordosten und Südwesten durch schwer passierbare kleine Flüsse geschützt- die sumpfige Kasanka und den verschlammten Bulak. Das Stadtgebiet erstreckte sich auf einen Umkreis von 5 Kilometern. Kasan war eine starke Festung. Die Stadt umgaben von allen Seiten eine mit 15 Türmen bewehrte hölzerne Mauer und ein 6,5 Meter breiter und 15 Meter tiefer Graben. Auf der beherrschenden Höhe innerhalb der Festung befand sich ein Stützpunkt mit einer hohen erdgefüllten und mit 8 Türmen versehenen eichenen Mauer. Die Festung war am leichtesten vom Osten und vom Südosten zugänglich. östlich des Arsker Feldes lag der Arsker Wald. Dort hatten die Tataren, 15 Kilometer von der Festung entfernt, eine Befestigung errichtet, von der sie den Kasan angreifenden Truppen in den Rücken fallen konnten,

Am 21. August berichtete ein tatarischer Überläufer über die zahlenmäßige Stärke, den Zustand der Besatzung und den Verteidigungsplan der Festung. In der Stadt befanden sich 30 000 Mann Kasaner Truppen und 3000 Nogaier. In der Arsker Befestigung hatte sich eine 20 000 bis 30 000 Mann starke Reiterei unter der Führung des Fürsten Japantscha verschanzt. (Alle in den Quellen angeführten Zahlen sind mindestens um das Doppelte zu hoch.) Der Verteidigungsplan von Kasan sah aktive Kampfhandlungen der Festungsbesatzung (Ausfälle) vor und Angriffe in den Rücken der Belagerer vom Arsker Wald her. 

Am 21. August schlugen die russischen Truppen Holz für den Bau von Palisaden und schafften Zweige zum Flechten von Schanzkörben heran. Indessen versammelten sich die Woiwoden auf einem Kriegsrat und arbeiteten einen Plan aus, nach dem Kasan eingeschlossen werden sollte.

Am 22. August überschritt das Heer auf sechs Brücken die Kasanka, bezog Stellung an der Flußmündung und rückte am nächsten Morgen weiter gegen Kasan vor. Dort wurde eine Heerschau abgehalten, auf der sich lwan IV. persönlich an seine Krieger wandte und sie ermahnte, tapfer zu kämpfen.

 

 

Die erste Etappe der Belagerung ‑ die Einschließung von Kasan.

Nach der Heerschau drang das russische Heer weiter auf Kasan vor. Als die 7000 Mann starke Vorhut am 22. August den Bulak überwunden, den Berg erklommen und sich der Festungsmauer genähert hatte, wurde sie von einer starken Tatarenabteilung, die einen Ausfall unternahm, überraschend angegriffen. (Die Quellen berichten, daß die zahlenmäßige Stärke der Tataren 5000 Reiter und 10 000 Mann Fußvolk betragen habe.) Die Vorhut wurde in zwei Teile gespalten. Ihr eilten jedoch die Strelitzen zu Hilfe und schlugen den Angriff der Tataren ab. Darauf ging die Vorhut zum Gegenangriff über und trieb den Feind bis zu den Stadttoren zurück. Gleichzeitig eröffneten die Festungsgeschütze das Feuer; es blieb jedoch ohne Wirkung.

Am Abend des 23. August schlossen die russischen Truppen die Stadt ein und „schnitten von allen Seiten die Wege und Zugänge zur Stadt ab; niemand von ihnen konnte die Stadt verlassen noch in die Stadt kommen".

Die Vorausabteilung und das Gros bezogen ihr Lager auf dem Arsker Feld. Der rechte Flügel mit den Kosaken stellte sich am nördlichen Ufer der Kasanka auf, die Nachhut an der Bulakmündung, der linke Flügel weiter oberhalb des Bulak, das aus der örtlichen Bevölkerung gebildete Aufgebot Schig Aleis am Friedhof, südlich der Festung, und der Zarenpolk südlich des linken Flügels auf der Zarenwiese; er gehörte zur allgemeinen Reserve. Alle Polks erhielten den Befehl, einen Schanzkorb für je zehn Mann bereitzustellen. Außerdem mußte jeder Krieger eine Bohle für den Bau der rückwärtigen Befestigung beschaffen.

Am Abend des 24. August kam ein heftiger Sturm auf und versenkte viele mit Vorräten beladene Boote. Bei einem Teil des Heeres regten sich Zweifel am Erfolg des Feldzuges. Iwan IV. entschied jedoch, die Belagerungsarbeiten zu beginnen. Swijashsk und Moskau mußten neue Vorräte liefern, damit die Belagerung aufrechterhalten werden konnte.

Am 25. August befahl die Führung, den Abschnitt zwischen dem rechten Flügel und der Vorausabteilung zu besetzen. Während dieses Manövers unternahmen die Tataren einen überraschenden Ausfall. Mit Hilfe der Vorausabteilung wurde der Gegner jedoch mit großen Verlusten für ihn in die Stadt zurückgeworfen.

 

Die zweite Etappe der Belagerung ‑ die Durchführung der Belagerungs- arbeiten.

Dem Beginn der Belagerungsarbeiten ging eine sorgfältige Erkundung der Befestigungen des Gegners und ihrer Zugänge voraus. Woiwoden mit kleinen Gruppen waren Tag und Nacht unterwegs.

Es wurde beschlossen, in erster Linie die Kasanka von der Stadt abzulenken, um der Besatzung und den Einwohnern das Trinkwasser zu entziehen. Darauf mußten die Kasaner das Wasser aus einer am Flußlauf gelegenen Quelle holen.

In der Nacht zum 26. August errichteten die Truppen 200 Meter von der Festungsmauer eine Zirkumvallationslinie. Die zweite Linie, bestehend aus Schanzkörben, lag nur 100 Meter von der Stadtmauer entfernt. Am 26. August unternahm die Festungsbesatzung einen Ausfall, um die Belagerungsarbeiten zu stören. Die ganze Nacht über wurde erbittert gekämpft; am nächsten Morgen wurde der Gegner in die Stadt zurückgedrängt. Am selben Tage ließen die Befehlshaber der Artillerie die Geschütze gruppenweise in Stellung bringen. Um die Artillerie zu sichern, „befahlen sie den Strelitzen und Kosaken, sich gegen die Stadt vor den Schanzkörben in Gräben zu verschanzen". 

An sumpfigen Stellen, wo es unmöglich war, Schanzkörbe aufzustellen, errichteten die Russen Palisaden. Gegenüber dem Zarewer, Arsker und Atalykower Tor von Kasan wurde eine Befestigung gebaut. Von hier aus deckten die Russen die Belagerungsarbeiten durch Pfeilschüsse und Arkebusenfeuer.

Am 29. August war die ganze Stadt von Befestigungsanlagen des Moskauer Heeres umgeben. Einen Tag darauf begann es, die Stadtmauern mit Mauerbrechern und Mörsern zu zerstören. 150 Geschütze beschossen die Festung und die Stadt.

Auf dem Arsker Feld wurde ein 13 Meter hoher Holzturm aufgestellt. Es erging der Befehl, ihn mit 10 großen Geschützen sowie 50 Hakenbüchsen zu bestücken und mit Strelitzen zu besetzen. Diesen Turm rollten die Russen im Abschnitt zwischen dem Zarewer und Arsker Tor an die Festungsmauer heran. Darauf eröffnete die Turmbesatzung das Feuer auf die Festungsmauer und die Straßen der Stadt. Das Feuer beeinträchtigte stark die Manövrierfähigkeit der belagerten Truppen.

Am 31. August nahmen die russischen Kriegsingenieure die Minierarbeiten in Angriff und ließen vier Minenstollen hineintreiben, um verschiedene Objekte zu sprengen. Einer dieser Stollen wurde von den Mineuren unter dem geheimen Gang angelegt, den die Kasaner benutzten, um Wasser zu holen. Die Sprengung dieses Stollens zerstörte den geheimen Gang. Jetzt mußte die Bevölkerung das Wasser aus Pfützen und Brunnen schöpfen. Das war eine der Ursachen für die sich verbreitenden Epidemien und für die beginnende Zersetzung der Kampfmoral des Gegners.

Die Mineure gruben ferner zwei Stollen im Abschnitt des Arsker Tores und einen weiteren beim Nogaier Tor. Die Minierarbeiten liefen unter der Gesamtleitung des fähigen russischen Kriegsingenieurs und Djaken Wyrodkow.

Die Besatzung von Kasan versuchte, die Belagerungsarbeiten zu behindern, und unternahm täglich Ausfälle. Am 26. September wurden die Schanzkörbe bis dicht an den Rand des Festungsgrabens vorgeschoben. Am selben Tag unternahm eine (nach den Quellen 10000 Mann) starke feindliche Abteilung einen Ausfall und eroberte mehrere Schanzkörbe. Sie wurde jedoch mit großen Verlusten in die Stadt zurückgeworfen.

 

Die dritte Etappe der Belagerung - die taktische Sicherung der Belagerungs- arbeiten.

Die Angriffe der Abteilung Japantschas vom Arsker Wald und die Überfälle der Tscheremissen von der Wolganiederung her erschwerten die Belagerungsarbeiten. Das russische Heer wurde ständig im Rücken bedroht und war damit einer starken physischen und moralischen Belastung ausgesetzt.

Edigei hatte die Ausfälle aus der Stadt und die gleichzeitigen Angriffe der Abteilung Japantschas gut organisiert. Als Verständigungssignal diente eine „große Fahne der Ungläubigen", die von den Belagerten auf dem hohen Stadtturm gehißt wurde. Auf dieses Signal hin erfolgten zur selben Zeit die Angriffe von der Festung und aus dem Wald.

Am 28. August wiederholte die Tatarenabteilung Japantschas überraschend ihren Angriff auf die russischen Truppen, wurde jedoch mit Hilfe von Teilen des Gros in den Wald zurückgeworfen. Diese Kämpfe zeigten, wie notwendig eine zuverlässige taktische Sicherung der Belagerungsarbeiten war.

Um die taktische Lage zu erörtern, wurde ein neuer Kriegsrat einberufen. Er beschloß, das gesamte Heer zu teilen. Die eine Hälfte sollte die Festung belagern, die andere, unter der Führung der Fürsten Gorbaty‑Schuiski und Serebrjany, hatte die Belagerer an der Feldseite zu sichern und gleichzeitig gegen Japantscha vorzugehen. Dafür waren 50 Prozent aller Truppen (nach den Angaben Kurbskis 30 000 Reiter und 15 000 Mann Fußvolk) vorgesehen.

Am 30. August begannen die Russen die Kampfhandlungen gegen die Truppen Japantschas. Die Fürsten entsandten kleine Gruppen in den Arsker Wald, um die Tataren herauszulocken, und legten ihre Hauptkräfte in den Hinterhalt. Als diese bald danach auf die Tataren stießen, zogen sie sich zurück. Aus dem Hinterhalt besiegten die Hauptkräfte die Tataren. Die Russen verfolgten die Überreste des Feindes 15 Kilometer weit. 

Bald fielen die Tscheremissen dem rechten Flügel in den Rücken. Die Angriffe wurden jedoch zurückgeschlagen. Den fliehenden Gegner holten die Russen 25 Kilometer vor Kasan ein und vernichteten dort den Feind.

Nachdem die Truppen Japantschas ihre Kräfte wieder gesammelt hatten, fielen sie die Russen erneut aus dem Arsker Wald an. Um das Hinterland der russischen Truppen endgültig zu sichern, beschloß die Führung, die tatarischen Befestigungen im Arsker Wald zu zerstören. Diese Aufgabe wurde einer Abteilung unter dem Fürsten Gorbaty‑Schuiski übertragen.

Im Arsker Wald befand sich ein von Sümpfen und schwer passierbarem Dickicht umgebener gut befestigter Ostrog, in dem sich die Truppen Japantschas verborgen hielten.

Am 6. September drangen die russische Reiterei und das Fußvolk in den Wald ein und gingen gegen den Arsker Ostrog vor. Als sie sich der Befestigung näherten, saß die Reiterei ab, und die gesamte Abteilung teilte sich, um den Ostrog von beiden Seiten anzugreifen.

Am 8. September eroberten die Russen nach zähem Kampf das Arsker Lager, zerstörten die Befestigungen und säuberten den gesamten Umkreis Kasans vom Gegner. Am 16. September kehrten sie mit großen Lebensmittelvorräten zu ihren Hauptkräften zurück.

Dieses Unternehmen war sehr bedeutungsvoll. Die Erfolge über die Truppen Japantschas hoben die Moral im russischen Heer. Die Bedrohung im Rücken des russischen Heeres war beseitigt.

Ende September näherten sich die Belagerungsarbeiten ihrem Ende. Die Truppen rüsteten zum Sturm.

 

Die vierte Etappe der Belagerung - der Sturm auf die Festung.

Der Sturm wurde auf den 2. Oktober festgesetzt. Die Truppen stellten Holz und Erde bereit, um am Vorabend der Erstürmung. die Gräben zuschütten und Brücken schlagen zu können. Die Russen bereiteten die mit Pulver gefüllten Minen zur Sprengung vor.

Sie forderten die Tataren erneut auf zu kapitulieren. Aber die Tataren rüsteten zur Abwehr. Eilig errichteten sie an den Durchbrüchen der Festungsmauer Balkenwände und bedeckten sie mit Erde.

Am 30. September sprengten die russischen Mineure den unter die Vorwerke gegenüber dem Arsker Tor vorgetriebenen Stollen. Die dadurch entstehende Verwirrung beim Gegner nutzten die Russen aus und schoben die Schanzkörbe dicht an das Festungstor heran.

Inzwischen hatten die Strelitzen und Kosaken die Gräben mit Reisig und Erde gefüllt und gingen zum Sturm über. Die Russen schlugen alle feindlichen Gegenangriffe zurück, eroberten den Arsker Turm und drangen in die Stadt ein. Der Woiwode Worotynski bat den Zaren, die Truppen zum allgemeinen Sturm vorgehen zu lassen. Iwan IV. aber wußte, daß die restlichen Truppen noch nicht genügend vorbereitet waren, und befahl, die Truppen aus der Stadt zurückzuziehen. Der Arsker Turm blieb in den Händen der Strelitzen.

Der sorgfältig ausgearbeitete Plan für die Erstürmung sah vor, die Truppen zu verteilen und ihren Rücken zu decken. Der Hauptstoß sollte gegen die östliche und südwestliche Seite der Festung geführt werden, wo bereits Breschen in die Mauer gelegt waren. Die Sturmkolonnen an anderen Teilen der Festungsmauer sollten möglichst starke Kräfte des Gegners binden. Es gab insgesamt sechs Sturmkolonnen.

Jeder Polk hatte ein bestimmtes Tor zu stürmen. Dabei wurde das Zusammenwirken der einzelnen Polks organisiert.

Jeder Polk entfaltete sich in drei Linien. In der ersten gingen die in Hundertschaften gegliederten Kosaken und Dienstleute der Bojaren vor; in der zweiten die Sturmkolonne, die die Hauptkräfte der Abteilung bildete, und in der dritten die zur Unterstützung der Polks bestimmten Kräfte - die speziellen Reserven.

Bestimmte Maßnahmen sicherten das Heer gegen Angriffe im Rücken. Ein Teil des Gros und die Abteilung Schig‑Aleis besetzten die Arsker Straße und die Tschuwaschenstraße, ein Teil des Zarenvolks die Nogaier Straße und eine andere die Halitscher Straße. Eine weitere Abteilung rückte in Staroje Gorodistsche ein. 

Die Truppen sollten sich am 2. Oktober um drei Uhr, zwei Stunden vor Sonnenaufgang, zum Sturm bereit halten. Den Sturm sollte die Explosion der Minenstollen auslösen.

 

 

Die erste Phase des Sturmes ‑ der Beginn des Sturmes und die feindlichen Gegenangriffe.

Nach Anbruch der Mitternacht erhielt Iwan IV. die Nachricht, daß die im Abschnitt des Arsker und Nogaier Tores fertiggestellten Stollen mit Pulver gefüllt seien. Die Truppen erhielten den Befehl, sich zum Sturm fertigzumachen.

Bei Sonnenaufgang detonierte der Stollen im Abschnitt des Arsker Tores und zerstörte einen Teil der Festungsmauer; ihm folgte der Stollen am Nogaier Tor. Die Artillerie feuerte aus allen Rohren.

Unter dem Schutz des Feuers der Strelitzen und der Bogenschützen schritten die Russen zum Sturm. Der Gegner leistete heftigen Widerstand, erwiderte das Feuer aus seinen Geschützen und Arkebusen, überschüttete die Stürmenden mit heißem Pech und ließ schwere Bohlen auf sie herabfallen.

Dennoch konnten die Russen die Tataren von den Mauern zurückschlagen, und vom Arsker Feld in die Stadt einbrechen. Es kam zum Straßenkampf. Als die stürmenden Truppen tiefer in die Stadt eindrangen, sammelten die Tataren ihre Kräfte, gingen zum allgemeinen Gegenangriff über und drängten die Russen allmählich zurück. Die Krise des Sturmangriffs reifte heran.

 

Die zweite Phase des Sturmes - der Angriff der allgemeinen Reserve.

Während des erfolgreichen feindlichen Gegenangriffs bat der Fürst Worotynski Iwan IV. um Unterstützung. Die Hälfte des Zarenpolks saß ab und rückte gegen die Stadt vor. Die frischen Kräfte schlugen den feindlichen Gegenangriff ab und rissen die weichenden russischen Krieger mit sich. Der Feind zog sich zum Palast des Chans zurück. Heftig wehrte er sich noch einige Zeit und mußte dann den Palast räumen.

 

Die dritte Phase des Sturmes - die Verfolgung und Vernichtung der Überreste des Gegners.

Etwa 6000 Tataren hatten sich in die untere Stadt zurückgezogen und ließen sich an den Festungsmauern zum Ufer der Kasanka hinab. Dort empfing sie eine Artilleriesalve. Die Tataren legten ihre Rüstungen ab und überwanden die Kasanka. Eine 200 bis 300 Mann starke Reiterabteilung des rechten Flügels versuchte, dem Feind den Weg zu verlegen, wurde aber zurückgeworfen. Die Tataren stürzten zum Wald. Doch dort wurden sie von den Truppen, die für die Sicherung des Sturmes eingesetzt waren, überrascht. Die Tataren wurden geschlagen.

Damit war Kasan erobert.

Am 11. Oktober brach das russische Heer wieder in die Heimat auf. Um die Ostgrenze des russischen Staates zu sichern, ließen die Russen in Kasan eine starke Besatzung zurück mit dem Befehl, alle zerstörten Befestigungsanlagen wiederaufzubauen. 

In Nishni-Nowgorod wurden die Dworjanen und alle Kriegsdienstpflichtigen nach Hause entlassen, während die Strelitzen mit der Artillerie nach Moskau zurückkehrten.

Die Eroberung des Chanats Kasan war für die Rus von großer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Dieser Erfolg beseitigte erstens den Herd der ständigen Einfälle der Kasantataren. Zweitens wurde jetzt die Wolgastraße für den Handel der Rus mit Aserbaidshan, Persien, Indien, Sibirien und Mittelasien passierbar. Drittens räumte die Unterwerfung Kasans eines der Hindernisse aus dem Wege, das dem erfolgreichen Kampf um die Bildung eines zentralisierten russischen Staates entgegenstand. Viertens schuf der Sieg über das Chanat günstige Voraussetzungen für den Kampf um die Wiedervereinigung der russischen Länder an der Westgrenze und für den Zugang zum Meer. Das Hinterland war jetzt zuverlässig gesichert. Die Eroberung Kasans, die Einverleibung Astrachans 1556 und später die Unterwerfung der Nogaier Horde waren die Grundlage, die den russischen Nationalitätenstaat hervorbrachte. Durch die Eingliederung Kasans und Astrachans in den russischen Staat wurde der Kampf um die baltischen Länder strategisch gesichert.

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Fazit

Im Feldzug gegen Kasan zeigte sich der Fortschritt in der quantitativen und qualitativen Entwicklung des russischen Heeres. Die ökonomische und politische Festigung des russischen zentralisierten Staates führte zu einer weiteren Zentralisierung des Heeres. Seine einzelnen verschiedenartigen Bestandteile entsprachen den Überbleibseln der feudalen Zersplitterung in der Rus. Sie erschwerten die Organisation in der Truppenführung und das Zusammenwirken der einzelnen Waffengattungen.

Die Methode der Rekrutierung erhöhte die Qualität und Quantität des russischen Heeres. Bei Kasan bewies es Disziplin und hohe Kampfeigenschaften. Die entscheidende Kraft, die den Ausgang des Kampfes bestimmte, waren nicht die Dworjanen, sondern die Strelitzen, die Dienstleute der Bojaren (Cholopen) und die Kosaken. 

In diesem Zusammenhang sind einige interessante strategische Momente wichtig. Erstens wurde das russische Heer auf den Krieg mit Kasan im Einklang mit der realen strategischen Lage, auf Grund der Erfahrungen der vorausgegangenen Kämpfe und der Kenntnis des Gegners vorbereitet. Zweitens trug die strategische Sicherung den Charakter aktiver Kampfhandlungen, denn sie beseitigte die Hindernisse, die dem Kampfziel entgegenstanden. Eine passive Sicherung hätte lediglich die Kräfte zersplittert. Drittens organisierte die Führung einen Vormarsch in drei Richtungen, einschließlich der Marschroute des Fußvolks auf den Schiffen. Eine Kolonne sicherte die Bewegung der restlichen Truppen. Schließlich ist noch hervorzuheben, daß die russische Truppenführung zäh und konsequent die gesteckten strategischen Ziele zu erreichen suchte.

Die durchgeführten organisatorischen Maßnahmen hatten zum Ziel, den Feldzug materiell und moralisch zu sichern. Das Fußvolk auf den Schiffen führte außer Artillerie und Belagerungsgeräten auch Lebensmittel mit. Das  war bereits der Beginn einer zentralen Versorgung der Truppen. Regelmäßige militärische Beratungen prüften den Charakter der Kampfhandlungen in jeder Etappe des Feldzuges und legten die Verteilung der Mittel und Kräfte fest. Der Marsch, die Einschließung der Festung, die Belagerungsarbeiten und der Sturm waren gut organisiert.

Ferner trugen die taktischen Maßnahmen zur Sicherung der Belagerung aktiven Charakter. Die russische Truppenführung beschränkte sich nicht nur auf die passive taktische Sicherung, sondern beseitigte durch aktive Kampfhandlungen das Hemmnis, das die erfolgreiche Durchführung der Belagerungsarbeiten und den Sturm behinderte. Die Belagerungsarbeiten entfalteten sich stufenweise und näherten sich ständig dem zu stürmenden Objekt. Dabei entstand die Methode der Parallelen, das heißt die Annäherung der Belagerungsmittel an die Angriffsobjekte mit Hilfe von Grabenarbeiten und einer entsprechenden Verlegung der Feuerstellung der Artillerie. Diese Methode begründete Vauban erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Im Zusammenhang mit den Belagerungsarbeiten und der Verteilung von Truppen auf die Angriffsobjekte zeigten sich Elemente der Planung des Sturmes. Die Strelitzen und die Sturmkolonnen wirkten zusammen; die speziellen Reserven und die allgemeine Reserve ermöglichten es, eine taktische Tiefe zu schaffen und den Sturm zu lenken. Den feindlichen Widerstand brach der rechtzeitige Einsatz der allgemeinen Reserve. Die russische Reiterei bewies, daß sie abgesessen kämpfen konnte.

Die Artillerie spielte eine immer größere Rolle. Während der Belagerung und Erstürmung von Kasan zerstörte die Artillerie die Verteidigungsanlagen, bereitete den Angriff der Sturmkolonnen vor und wies die Versuche des Gegners ab, die Linie der Verteidigungsanlagen zu durchbrechen. Die Geschütze wurden gruppenweise angeordnet - die Voraussetzung für das spätere Aufkommen der Batterien.

Nach den Quellen nahmen Strelitzen an der Schlacht teil, ein Beweis dafür, daß die Bedeutung der Handfeuerwaffen zunahm.

Bei Kasan entstand die Kunst des Minierens. Dort wurden der unterirdische Geheimgang für die Wasserversorgung vernichtet und Breschen in die Festungsmauer geschlagen. Das erleichterte die Einnahme der Festung.

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