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Schlacht bei Königgrätz
Entscheidende Schlacht im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 zwischen den preußischen und den österreichisch-sächsischen Hauptkräften am 3. 7. 1866.
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Die preußischen Streitkräfte waren im Juni in drei räumlich ziemlich weit von einander entfernten Armeen aufgestellt worden. Generalstabschef Moltke ließ diese drei Armeen am 23. Juni auch getrennt in Böhmen einmarschieren, was von den zeitgenössischen Militärexperten einhellig als grober Verstoß gegen die Regeln der Strategie betrachtet wurde. Die preußischen Armeen rückten zügig vor, fügten den Österreichern in mehreren Gefechten schwere Verluste zu und vereinigten sich am 1.Juli nordwestlich von Königgrätz.
Nach den für sie erfolgreichen Gefechten in Nordböhmen (26.-29.6.) setzten die 3 preußischen Armeen (Elb-, 1. und 2. Armee) ihren Vormarsch in operativem Zusammenwirken fort. Die geschlagene österreichische Nordarmee und das sächsische Korps bezogen nordwestlich der Festung Königgrätz eine halbkreisförmige Stellung, die auf einigen Höhen verlief und pioniertechnisch ausgebaut wurde. Ihr Oberbefehlshaber, Feldzeugmeister Ludwig von Benedek (1804-1881), beabsichtigte, in der günstigen Stellung eine Abwehrschlacht zu schlagen. Am 2. 7. besaß die Führung beider Seiten noch keine klare Kenntnis der Lage. Der Chef des Generalstabes der preußischen Armee, General Helmuth von Moltke (1800-1891), rechnete nur mit österreichischen Teilkräften, während Benedek nicht annahm, daß die Schlacht unmittelbar bevorstand. Um den Rückzug des Gegners hinter die Elbe zu verhindern, plante Moltke die Vereinigung der 3 Armeen auf dem Schlachtfeld. Die 1. Armee erhielt die Aufgabe, das gegnerische Zentrum angriffsweise zu fesseln, während die schwache Elbarmee den linken und die starke 2. Armee den rechten Flügel des Gegners umfassen und so die Entscheidung erzwingen sollten. Moltke konnte insgesamt mit 221000 Mann und 702 Geschützen rechnen. Benedek verfügte über 206100 Mann (davon 22000 Sachsen) und 650 Geschütze. Die österreichischen Truppen hatten bereits spürbare Verluste erlitten; ihre Ausrüstung war teilweise mangelhaft.

Die Schlacht begann am Morgen des 3. 7. mit dem Angriff von Teilen der 1. Armee bei Sadowa. Unter großen Schwierigkeiten wurde die Bistritz überschritten. Sowohl die Elbarmee als auch die 2. Armee kamen aber infolge schwieriger Marschverhältnisse mit Verspätung heran. Nach anfänglichen Erfolgen der 1. Armee entwickelten sich wechselvolle, erbitterte Kämpfe, teilweise in unübersichtlichem Waldgebiet. Das wirksame Feuer der österreichischen Artillerie brachte den Angriff der preußischen Truppen zum Stehen. Es war ihnen aber gelungen, weit überlegene österreichische Infanterie und Artillerie auf sich zu ziehen. Inzwischen hatte die Elbarmee den gegnerischen linken (sächsischen) Flügel zurückgeworfen. Die Entscheidung fiel schließlich durch den Stoß der 2. Armee in die österreichische rechte Flanke und die Eroberung von Chlum, einer Schlüsselposition der Nordarmee, deren Rückzugslinien damit gefährdet waren. Hartnäckige Gegenangriffe österreichischer Bataillonskolonnen brachen im Schnellfeuer der preußischen Infanterie zusammen. Am Spätnachmittag gestaltete sich die Lage der österreichisch-sächsischen Truppen äußerst bedrohlich, da die Elb- und die 2. Armee sich bis auf 2 km genähert hatten. Benedek befahl deshalb um 16 Uhr den Rückzug. Massierter Einsatz der österreichischen Reserveartillerie (170 Geschütze in einer Feuerlinie) und der Reservekavallerie(39 Schwardronen; die Preußen setzten gegen sie 34 Schwardronen ein. Die Österreicher zogen sich erst zurück als die Infanterie in Sicherheit war.) verhinderte, daß die Preußen energisch nachstießen und eine Katastrophe eintrat. Im Auftrag der k.und k. Heeresleitung war der Feldmarschalleutnant von Gablenz erschienen, seine Bitte um Waffenstillstand wurde abgelehnt. Die österreichisch-sächsischen Truppen fluteten, teilweise chaotisch, über die Elbe zurück. Da sich die Elbarmee und die 2. Armee taktisch zu sehr an die 1.Armee angelehnt hatten, gelang es nicht, dem Gegner den Rückzug abzuschneiden. Eine Verfolgung unterblieb, so daß die österreichisch-sächsischen Truppen am 4.7. wieder einigermaßen geordnet werden konnten. Die Schlacht bei Königgrätz. spielte sich auf einem Raum von etwa 10 km Breite und 3-5 km Tiefe ab.

Die österreichisch-sächsischen Hauptkräfte hatten eine schwere Niederlage und große Verluste erlitten, insgesamt 44100 Mann (5735 Tote, 7925 Vermißte, 8440 Verwundete und 22000 Gefangene sowie 116 Geschütze und 3 Fahnen).

Die Preußen verloren 8975 Mann (1900 Tote, 275 Vermißte und 6800 Verwundete). Hauptursachen des preußischen Sieges waren die höhere Kampfkraft der mit dem Zündnadelgewehr ausgerüsteten Infanterie und die überlegene operative Führung. Dagegen hatte sich die österreichische Artillerie, die in der Schlacht 46000 Granaten verschoß, in der Ausrüstung und im Einsatz überlegen gezeigt. In der Schlacht scheiterten mehrere massierte Kavallerieangriffe beider Seiten an der Feuerkraft der Infanterie und Artillerie. Der Sieg der preußischen Truppen trug wesentlich zur baldigen Beendigung des Krieges bei.