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Die Schlacht bei Laupen (1339).
1339 stellten sich die Berner an die Spitze des Kampfes gegen die Feudalherren. Sie wurden vom Schweizer Bund unterstützt. Der Anlaß zum Kriege war die Ablehnung der Berner, Ludwig von Bayern als Kaiser anzuerkennen. Sie stellten sich auf die Seite des Papstes, mit dem Ludwig im ständigen Konflikt stand. Der Koalition der Feudalherren gehörten die Bischöfe von Lausanne und Basel sowie die Stadt Freiburg an.
Die Angaben über die zahlenmäßige Stärke des Feudalheeres sind unterschiedlich. Nach Delbrück betrug die Stärke des Ritterheeres mit den Freiburgern nicht mehr als 4 000 Mann. Er setzte die Stärke des Ritterheeres wiederum herab, um die zahlenmäßige Überlegenheit der Schweizer herauszustellen. Es ist unverständlich, wie Bern 6 000 Mann und Freiburg nur einen Bruchteil davon aufbringen konnte. Die Angaben, wonach des Ritterheer aus 3 000 Reitern und rund 15 000 Mann Fußvolk, das zum Teil die Freiburger stellten, bestanden habe, sind wahrscheinlicher.
Die Stärke des vom Ritter Rudolf von Erlach geführten Berner Heeres wird in den Quellen mit 6 000 Mann angegeben, darunter 1 000 Mann Fußvolk aus den Waldkantonen. Damit war die allgemeine zahlenmäßige Überlegenheit auf seiten des Ritterheeres, das außerdem über Reiterei verfügte.
Das Heer der feudalen Koalition belagerte das von 600 Bernern verteidigte Städtchen Laupen. Die Besatzung leistete zähen Widerstand, und die Belagerung zog sich in die Länge. Die Hauptkräfte des Ritterheeres schlugen ihr Lager auf den Laupener Höhen auf; das befestigte Städtchen wurde von einer halbkreisförmigen Zirkumvallationslinie umfaßt..
Die Berner entsetzten erst am zwölften Belagerungstag das Laupen. Es kam zur Schlacht, deren Verlauf von Delbrück rekonstruiert wurde.
Die Schlachtordnung der Berner setzte sich aus drei Gevierthaufen zusammen. Sie bestand aus der vom Fußvolk der Waldstätter gebildeten Vorhut (30 Reihen, 30 Glieder), dem Gewalthaufen (50 Reihen, 50 Glieder) und der Nachhut der Berner (40 Reihen, 40 Glieder). Die wenigen Schützen waren vor der Front der einzelnen Haufen ausgeschwärmt; zwischen den Haufen befanden sich die Ritter. So war die Schlachtordnung der Schweizer in drei taktische Einheiten gegliedert, die zusammenwirken konnten.
Die Schlachtordnung des Ritterheeres bestand aus zwei Teilen: dem rechten - dem Fußvolk aus Freiburg - und dem linken - den Rittern. Ferner wurde eine Abteilung aus Freiburgern bestimmt, die unbemerkt die linke Flanke der Berner umgehen und ihnen in den Rücken fallen sollte. Von diesem Manöver hing der Beginn der Schlacht ab.

Die erste Etappe der Schlacht ‑ der Angriff auf die Berner Nachhut.
Gegen Abend hatte die Abteilung ihr Umgehungsmanöver vollendet; sie griff unverzüglich die Berner Nachhut an und schlug sie in die Flucht. Ein Teil der Berner suchte in den Wäldern Zuflucht, während sich der Rest fluchtartig auf der Straße nach Bern zurückzog.
Die zweite Etappe der Schlacht - der Kampf des Berner Gewalthaufens und der Vorhut.
Der Ritter von Erlach befahl jedem Unberittenen des Gewalthaufens, einige Steine an sich zu nehmen. Das Freiburger Fußvolk griff den Berner Gewalthaufen an, wurde aber mit einem Steinhagel empfangen. Darauf schritten die Berner zum Gegenangriff und schlugen die Freiburger in die Flucht. Angesichts des Erfolges ihres Gewalthaufens stürmte die Berner Vorhut (das Fußvolk der Waldstätter) die Höhe hinunter, jedoch ein Gegenangriff der Ritter brachte sie zum Stehen. Die Vorhut bildete einen Igel, der dem Gegner von allen Seiten die Spieße entgegenstreckte. Die Ritter umzingelten die Berner, ohne ihren Widerstand brechen zu können.
Nach dem Erfolg über die Freiburger fiel der Gewalthaufen den Rittern in den Rücken und schlug sie in die Flucht.
Die Ritterschar, die die Nachhut der Berner besiegt hatte, nahm nicht an den Kämpfen der Hauptkräfte teil.
In dieser Schlacht büßte das Ritterheer rund 4000 Mann ein. Die übrigen retteten sich durch die Flucht. Die Verluste der Schweizer sind unbekannt.
Der Sieg bei Laupen stärkte die Schweizer Städte, vor allem Bern und die Waldkantone, die später dem Schweizer Bund beitraten. 1351 schlossen sich ihm Zürich und 1353 auch Bern an.
Fazit:
Das Neue in der Schlacht bei Laupen besteht in der Organisation des Zusammenwirkens und in der gegenseitigen Unterstützung der Schweizer Haufen; die beiden Teile des Ritterheeres kämpften unabhängig voneinander. Zur Abwehr der Reiterangriffe bildete das Fußvolk einen Igel, der als Vorläufer des Karrees betrachtet werden kann.